Amateurliga

Husarenritt auf der grünen Welle

K1600 06-05 Girlan - Oberland 3-2  09.11.2019 GSC 5322Mit dem geflügelten Wort „die grüne Welle“ kann man so einiges umschreiben. Beim AFC Girlan bekommen diese drei kleinen Wörter wieder ihre eigene Bedeutung – denn sie stehen bezeichnend für das ständige Auf und Ab der Hinrunde der Boys in Green.

Dabei fing doch alles so schön an.

Mit Verlaub, das erste Spiel wurde denkbar knapp gegen Mölten/Vöran mit 3 zu 2 verloren; nichtsdestotrotz ließen zwei herrliche Freistoßtore von Simone Scudier das ein oder andere Girlaner Herz etwas höherschlagen. Und tatsächlich: Die Rückkehr der Routiniers Simon Kerschbaumer und Daniel Vieider brachte Stabilität ins Spiel der Girlaner.

K1600 06-02 Andrian - Girlan  1-3   07.09.2019 GSC 5847Die Recken vom Stieracker schüttelten die Niederlage sofort ab und das erste Opfer einer verheißungsvollen Siegesserie stand auch schon parat: Abstiegskandidat Andrian wurde auswärts mit 3:1 weggefegt. 

Das gleiche Schicksal blühte dem nächsten im Bunde, Goldrain – nachdem man zunächst 2:0 führte, lud man die Vinschger zwar zu zwei Treffern ein, doch die Gesetze des Fußballs sind klar: Es gewinnt die Mannschaft mit mehr Toren, in diesem Fall vollstreckte Alex Bojeri in der Schlussviertelstunde das Urteil: 3:2 für Girlan.

Am dritten Spieltag war schließlich Ligakrösus Plaus dran. Frech wie eh und je machte man von seinem Gastrecht Gebrauch und schoss auch die nächsten Venosten von deren eigenen Platz – 2:1. Neben drei Punkten nahm man auch noch den Titel „Mr. Südtirol der Herzen“ in Person von Tim Messner mit nach Hause.

Der Fußballgott schreitet ein

„Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu“ – ein religiöser Grundsatz, den sich auch der Fußballgott zu Herzen nimmt. Zunächst ließ er noch Milde walten, erwies sich das Unentschieden gegen Mals zwar als unglücklich, aber die Mannschaft schien doch stabil. Ein kleiner Ausrutscher, nichts weiter.

Oder auch nicht. Gegen Arberia musste man dem lieben Fußballgott danken, dass man am Ende das Feld mit einem weiteren Unentschieden verlassen durfte. Die Latte rettete in der 90. Minute einen Punkt für Girlan.

K1600 06-04 Girlan - Goldrain 3-2    14.09.2019 GSC 6801Im Spiel gegen Titelfavorit Kastelbell wollte man wieder in die Spur zurückfinden. Aber die Kastelbeller rächten ihre glücklosen Vinschger Nachbarn nach hartem Kampf und ließen Girlan in eine kleine Ergebniskrise schlittern. Dabei hatte man mit zehn Mann lange gut mitgehalten, ging zunächst sogar in Führung. Aber der gegnerische Ausgleich und die Rote Karte von Tobias „Ibra“ Ebner im Anschluss waren dann doch zu viel. In Minute 85 und 90 wurde die Niederlage der Girlaner besiegelt: Endstand 1:3.

Der Heilige Martin als Erlöser

Während Vinschger den Jungs wohl zu bekommen schienen, erwiesen sich die Burggräfler allesamt als Stolpersteine. Gegen Tscherms verlor man 2:1. Gegen Tscherms Marling reichte es nur zu einem 2:2. Ein Lichtblick blieb aber: Gjanaj Gzim netzte in beiden Spielen ein und Stefan „Steve“ Vieider, eigentlich für seine Stärke in der Innenverteidigung bekannt, köpfte den 2:2 Endstand in der 85. Minute.
Burgstall ließ sich sogar drei Mal aufs Gebälk schießen und spielte die ganze zweite Halbzeit aufgrund einer Gelb-Roten Karte mit einem Mann weniger. Aber dem Fußballgott schien es zum Scherzen zumute, sodass es kam, wie es kommen musste: 90. Minute, Burgstall mit einem Entlastungsangriff, 1:0, Ende Gelände.

Pünktlich zu Martini gierte es Girlan wieder nach einem Sieg. Im Geiste des Dorfpatrons und der Aussicht auf ein feuchtfröhliches Fest im Anschluss musste Oberland daran glauben. Natürlich ließen unsere Mannen nicht zu, dass dem Spiel die nötige Brise Spannung abhandenkam. 74. Minute, 3:1 Girlan, Oberland zu neunt (!) - logische Konsequenz: 3:2. Irgendwie brachte man das Ergebnis über die Zeit. Die Grüne Hinrunden-Welle war noch lange kein Tsunami, aber doch noch von einem Aufbäumen und einer „Niemals-aufgeben-Mentalität“ gekennzeichnet.

Das Fazit: 20 Treffer, 20 Gegentreffer, Platz sechs und nur ein Punkt hinter dem dritten Platz.

Die Konstante: Girlans Geheimwaffe, das menschgewordene Katapult Benjamin „Disco“ Schweigkofler. Mit seinen gefürchteten Einwurfgeschossen wurde so mancher Tormann überrascht. Das heiße Blut der Offensivkräfte (3 direkt rote Karten) und die Abgebrühtheit der Abwehrreihe mit einem starken Giacomo Fiero im Tor.

K1600 06-01 Girlan - Goldrain GSC 6511Die Variablen: Abgesehen von den Launen höherer Fußballmächte erwiesen sich unsere giftigen „Fussballzwerge“, Alex Bojeri und Ivan Plunger, als besonders vielseitig und erzielten ihre Tore nicht nur mit der feinen Klinge, sondern auch mit Köpfchen. Personalengpässe zwangen den Trainer Christian Staffler zum Rotieren, sodass auch viele junge Spieler ihre Chance bekamen und bereits ihr Potenzial aufzeigen konnten.

 

Share